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Mythos Nr. 29: Bei Kitten braucht es keine richtige Zusammenführung.

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Methoden, zwei oder mehrere Katzen miteinander bekannt zu machen. Ich bin eine Verfechterin davon, alles so stressfrei und positiv ablaufen zu lassen, wie es nur möglich ist. Daher kommt es für mich nicht in Frage, den Neuzugang nach der Ankunft gleich in die „Höhle des Löwen“ zu setzen und die Katzen einfach machen zu lassen. Für mich ist das Risiko zu groß, dass es zu einem Kampf kommt und ich wochenlang brauche, um diese negative Erfahrung aufwendig durch Training auszubügeln. Auch wenn keine offensive Aggression im Spiel ist, kann es durch Überforderung dazu kommen, dass Katzen durch den reinen Anblick der Mitkatze total verängstigt sind und sich tagelang nicht aus ihrem Versteck trauen. Mehr dazu habe ich bereits in meinem Mythos Nr. 13: Bei Vergesellschaftungen müssen Katzen erst einmal allein ihren Rang klären. erklärt.

Bei noch sehr jungen Katzen stehen die Chancen mehr als gut, dass eine Vergesellschaftung unproblematisch verläuft. Von vielen wird sie daher als Selbstgänger gesehen und dass wir Menschen da nun wirklich nicht eingreifen müssen. Leider ist es jedoch so, dass auch Kitten nicht immer ein gutes Sozialverhalten lernen konnten, auf das sie dann bei einer Zusammenführung zurückgreifen können. Immer noch werden Katzen im viel zu jungen Alter von acht Wochen von ihren Eltern und ihren Geschwistern getrennt. Dabei ist die Phase bis zur zwölften Woche zur Ausprägung eines gesunden Sozialverhaltens immens wichtig! In dieser Zeit lernen Katzen spielerisch den Umgang miteinander und entwickeln ihre soziale Kompetenz. Selbstkontrolle und Frustrationstoleranz sind die Zauberworte, die sich fast nur in der Gesellschaft mit anderen Katzen aneignen lassen.

Wenn ich zwei gut sozialisierte Katzenkinder, die vorher drei Monate in ihrer Katzenfamilie leben durften, miteinander vergesellschaften möchte, ist das in der Regel tatsächlich unproblematisch. Nach einem kurzen Ankommen kann das behutsame Vorstellen beginnen und meist startet kurz darauf ein erstes Spiel miteinander.

Habe ich jedoch kleine Überraschungspakete, von denen ich nicht weiß, ob sie gut sozialisiert sind und lebt eines der Kitte vielleicht schon ein paar Wochen allein bei mir, bevor es Gesellschaft bekommen soll, würde ich die gleichen Methoden anwenden wie bei den Großen: Die erste Kontaktaufnahme sollte in jedem Fall durch ein Netz oder eine Gittertür erfolgen, damit ich sehen kann, wie sie aufeinander reagieren. Zeigt sich eine der Parteien überfordert, kann ich als Mensch wunderbar Einfluss darauf nehmen, dass sich eine positive Stimmung einstellt. Die sozial unsichere Katze kann sich spielerisch und positiv an die Mitkatze gewöhnen ohne schlechte Erfahrungen machen zu müssen. Vielleicht dauert die Vergesellschaftung dann zwar ein bisschen länger, aber sie ist definitiv stressfreier für die Katzen. Wir unterschätzen oft, dass alles Neue für Kitten furchtbar anstrengend ist. Nach manch kurzer Begegnung an der Gittertür fallen ihnen schon die Augen zu und sie müssen das Erlebte verarbeiten. Diese Ruhephasen sind unglaublich wichtig, daher ist es gut, die Katzen zwischendurch zu trennen.

Also, warum die Holzhammer-Methode wählen, wenn es auch schonender geht?

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Mythos 28: Katzen kann man nicht mit in den Urlaub nehmen.

Mit Katzen verreisen, geht das? Die sind doch so stark an ihre Revier gebunden, ein Ortswechsel ist für sie nicht gut, ist die gängige Meinung der meisten Menschen, die ich kenne. Gut, einen Langstreckenflug mit Katze kann ich mir ehrlich gesagt auch nicht richtig vorstellen. Das liegt vermutlich mit daran, dass ich selbst nicht gern fliege und die Erholung mit dem Rückflug teilweise schon wieder vorbei ist. Die Sorge um meine Katze würde da nicht gerade helfen.

Aber ein Urlaub in einem Ferienhaus, das mit dem Auto in endlicher Zeit zu erreichen ist, da sieht die Sache schon anders aus. Bedingung ist selbstverständlich, dass Haustiere im Urlaubsdomizil überhaupt erlaubt sind. Auch die Katze muss ein paar Voraussetzungen mitbringen, damit der gemeinsame Urlaub ein schönes Erlebnis werden kann:

  • Ortswechsel sollten kein großes Problem für die Katze darstellen. Wenn sie sich zur Eingewöhnung eine kurze Zeit verkriecht, dann aber schnell hervorkommt, um die neue Umgebung zu inspizieren, ist das völlig in Ordnung. Bleibt sie tagelang im Versteck oder ist die ganze Zeit erkennbar gestresst, profitiert sie von dieser gemeinsamen Erfahrung eher weniger.
  • Die Transportbox sollte positiv konditioniert sein, so dass die Katze in ihr einen sicheren Rückzugsort hat. Für Katzen, die damit nur den unangenehmen Tierarztbesuch verbinden, wird die Fahrt in der Box zur Qual. Ggf. muss eine neue Transportbox besorgt werden und mit positivem Training kann sie der Katze unterwegs viel Sicherheit geben.
  • Auto oder Bahn fahren sollte für die Katze möglichst stressfrei sein. Erstaunlich viele Katzen tolerieren Autofahrten oder finden es sogar spannend während der Fahrt hinauszuschauen. Dass wir dann nicht in voller Lautstärke unsere Lieblingsmusik während der Fahrt hören, versteht sich hoffentlich von selbst. 😉

Bei unserer Reiseplanung vor Ort sollte die Katze in jedem Fall eine Rolle spielen. Wenn wir nur nachts zum Schlafen in das Zimmer zurückkehren, hat unsere Katze herzlich wenig davon, dass sie die Reisestrapazen auf sich nehmen musste. Rituale und genügend Zeit für Spiel, Spaß und Kuschelstunden müssen auch im Urlaub eingeplant werden. Es ist ja der große Vorteil für die Katze, dass sie darauf auch während unseres Urlaubs nicht verzichten muss, wie es zum Beispiel in der Katzenpension oder bei der Fremdbetreuung im eigenen Zuhause der Fall wäre. Gut sozialisierte und trainierte Katzen mögen uns bei einer Wanderung oder einem Ausflug vielleicht sogar begleiten. Dann haben alle etwas vom Tapetenwechsel.

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Mythos 27: Katzen gehören nicht an die Leine

Nach wie vor ist es ein ungewöhnlicher Anblick, wenn mir jemand mit einer Katze an der Leine auf der Straße entgegenkommt. Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, wann ich es in der Gegend, in der ich wohne, überhaupt einmal gesehen habe. Wir wohnen am Stadtrand mit vielen spannenden Gärten – aber auch einigen stark befahrenen Straßen. Die Freundin meiner Nachbarin hat einen halbstarken Kater und bringt ihn gern mal mit zu meiner Nachbarin, damit er dort an der Flexi-Leine unter Aufsicht im Garten herumstromern kann. Zu Hause hat sie keinen Garten und hat ihn mit Clicker-Training an das Tragen eines Geschirrs gewöhnt. Autofahren liebt er, wenn er mit dem Geschirr angeschnallt aus dem Fenster gucken darf. 1. Gartenausflug: Katerchen saß noch recht verschüchtert in den Gebüschen und beobachtete angestrengt die Umgebung. Hier flattert und raschelt aber viel! Anfassen durch mich fremde Person war ihm noch nicht geheuer, mit mir spielen ging aber schon. 2. Gartenausflug: Katerchen erkundet kreuz und quer den Garten, begrüßt mich, lässt sich streicheln und fängt am Ende des Tages eine Maus – und das alles an der Leine!

Welche Alternative zur Leine hätte es für den kleinen Kater gegeben? Er hätte allein zu Hause bleiben müssen, während sein Mensch sich draußen im Grünen trifft. Zahlreiche spannende Eindrücke wären ihm verwehrt geblieben. Vielleicht hätte er geschlafen und wenn die Freundin meiner Nachbarin zurück in die Wohnung gekommen wäre, hätte sie noch recht lang mit ihm spielen und clickern müssen, um den Jungspund auszulasten. Generell berichtet sie, dass er nach Tagen mit Ausflügen nach draußen wesentlich zufriedener wirkt und nachts durchschläft. Sie fährt gern mit ihm in den Wald, um dort fernab von den Wegen mit den vielen Menschen und Hunden mit ihm spazieren zu gehen.

Ich bin prinzipiell überzeugte Anhängerin des Katzenspaziergangs – auch an der Leine – wenn ein paar Sachen beachtet werden:

  • Die Katze muss den passenden Charakter mitbringen: Ein sehr ängstliches Tier profitiert in der Regel wenig davon, wenn ihm draußen fremde Menschen begegnen und kann leicht in Panik geraten. Vielleicht gibt es jedoch einen ruhigen Ort, an dem fürs Erste nicht so viel passiert und bei dem gut kontrolliert werden kann, dass keine ungebetenen Besucher_innen hereinplatzen, an dem die ängstliche Katze vorsichtig an die Umwelt draußen gewöhnt werden kann?
  • Das Geschirr und die Bewegung an der Leine müssen kleinschrittig geübt werden, damit die Katze diese Bewegungseinschränkung gut akzeptiert. Gut geeignet ist dafür das Clicker-Training.
  • Der Mensch sollte nicht erwarten, große Strecken mit der Katze an der Leine zurückzulegen. Bei dem Spaziergang geht es weniger um viel Bewegung, sondern mehr um die geistige Auslastung der Wohnungskatze. Ein Gebüsch ist sehr spannend und mensch sollte nicht ungeduldig werden, wenn die Katze hier alles genauestens erkunden muss.
  • Mögliche Gefahren für die Katze müssen frühzeitig erkannt und die Katze davor geschützt werden. Dazu gehören freilaufende Hunde, Wildtiere, Autos und andere Fahrzeuge.
  • Am besten steht der Katze immer ein sicherer Rückzugsort, wie die gut konditionierte Transporttasche, zur Verfügung.
  • Die Katze darf nicht durch zu lange Ausflüge überfordert werden. Die ganzen Reize können für einen Wohnungstiger schnell zu viel werden, hier ist gerade am Anfang weniger mehr.

Der Frühling ist doch die beste Jahreszeit, um mit solchen Spaziergängen zu starten! Allerdings solltet ihr dabei beachten, dass eure Katze auch bei nicht so gutem Wetter ihren Spaziergang einfordern wird. Überlegt euch eine Frequenz, die ihr zukünftig gut einhalten könnt. Viel Spaß beim Training!

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Mythos Nr. 26: Wenn ich mehrere Katzen habe, habe ich weniger Arbeit.

Wenn mehrere Katzen im Haushalt leben, können sie sich gut miteinander beschäftigen. Sie können miteinander spielen, sich putzen, zusammen Dinge entdecken und sind nie allein. Das entlastet uns Katzeneltern, wir haben weniger Arbeit und brauchen kein schlechtes Gewissen haben, wenn wir unsere Katzen allein lassen. Ich bin ganz ehrlich: Das habe ich vor 20 Jahren auch gedacht und dem Verhältnis meines Geschwisterpaares tat diese Einstellung überhaupt nicht gut.

Wenn Katzen sich mögen und viel miteinander anfangen können, ist das eine prima Sache. Gerade bei reiner Wohnungshaltung können sie dann stark von der Gesellschaft der anderen Katzen profitieren. Dann spielen sie vielleicht wirklich miteinander, vertreiben die Langeweile und fühlen sich nicht allein, wenn die Menschen außer Haus sind. Es kann jedoch auch sein, dass die Katzen sich lediglich tolerieren oder es einer von beiden reicht, die andere da zu wissen. Wenn die andere dann andere Bedürfnisse hat, wie zum Beispiel ein ausgelassenes Spiel mit Vollkörperkontakt, ist die zurückhaltendere Katze schnell überfordert und das Verhältnis leidet. Das ist gar nicht so selten. Auch andere Bedürfnisse, wie Qualitätszeit mit dem Menschen, möchten die Katzen erfüllt wissen. Kommt es hier zu einem Ungleichgewicht, kann der Frust und die Langeweile an der anderen Katze ausgelassen werden. Dann leidet das Verhältnis ebenfalls. Manchmal ist es auch so, dass sich die Katzen zuerst gut verstanden haben, das Verhältnis jedoch plötzlich kippt. Wie wir Menschen haben Katzen auch unterschiedliche Lebensphasen und die Kombination der Stubentiger ist dann vielleicht nicht mehr so optimal.

Welche Gründe auch immer dafür verantwortlich sind, dass die Harmonie der Katzen untereinander leidet, die „Therapie“ ist meist dieselbe: Der Mensch muss ran. Und dann möchte nicht nur eine Katze unsere Aufmerksamkeit, mit uns spielen, kuscheln oder einfach gemeinsam Zeit verbringen, sondern mehrere. Wie viel von allem nötig ist, um unsere Katzen ausgeglichen und zufrieden zu machen, ist höchst individuell. Nur eines ist sicher: Eine Garantie für weniger Arbeit ist die Mehrkatzenhaltung nicht.

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Mythos Nr. 25: Die Wassersprühflasche ist eine gute Erziehungsmethode für Katzen.

Die Wassersprühflasche gehört bis heute für viele Menschen zur „Grundausstattung“ des Katzenhaushalts. Stellt die Katze etwas an, das wir Menschen nicht möchten, kommt der Wasserstrahl zum Einsatz, damit sie sich erschreckt und das Verhalten nicht mehr zeigt. Mensch sollte sich dabei versteckt halten, damit die Katze den unangenehmen Reiz nicht mit uns in Verbindung bringt. Das bisschen Wasser, was ist schon dabei? Es wird ihr schon nicht schaden…. Ja, körperlich sicher nicht, aber der Bindung zu ihrem Menschen und ihrem Sicherheitsgefühl in den eigenen vier Wänden vielleicht schon.

Wir wissen, wir sollen Tiere (wie Kinder und Menschen generell) nicht schlagen. Aber Wasser, das ist doch in Ordnung? Streng genommen fällt die Strafe mit Wasser in dieselbe Kategorie wie die Strafe mit Schlägen. Jetzt wird es kurz theoretisch: In der Verhaltensbiologie wird zwischen Verstärkung (eine Belohnung) und Strafe unterschieden. Schauen wir uns die Strafe genauer an, hier gibt es die Unterscheidung zwischen positiver und negativer Strafe. Positiv meint in dem Fall, dass etwas hinzugefügt wird. Negativ bedeutet, dass etwas weggenommen wird. Eine negative Strafe wäre zum Beispiel, wenn ich ein tolles Spiel plötzlich beende, weil mir meine Katze im Eifer des Gefechts aus Versehen die Hand zerschrammt hat. Ich nehme der Katze das schöne Spiel weg. Eine positive Strafe ist ein als unschön empfundener Reiz, den ich auslöse, wenn mir Verhalten nicht gefällt. Wenn wir in dieser Spielsituation bleiben, wäre es der Fall, wenn ich nicht nur die Spielsituation beende, sondern meine Katze auch noch am Nacken packen und schütteln oder schlagen würde. Ich hoffe, wir sind uns alle einig, dass das keine adäquate Reaktion ist und wir das niemals tun sollten!

Die Wassersprühflasche funktioniert nach demselben Prinzip. Wir fügen einen unangenehmen, strafenden Reiz hinzu. Auch wenn wir unserer Katze nicht körperlich schaden, sind mit Strafen und auch Belohnungen immer Emotionen verbunden. Katzen empfinden Emotionen wie wir. Wenn ich ein schönes Spiel plötzlich beende, das Sie sehr gern weitergespielt hätten, wie würden Sie sich fühlen? Vermutlich frustriert und verärgert. So geht es auch unserer Katze. Kommt dann noch ein unangenehmer Reiz hinzu, würde die Katze neben Ärger auch Angst empfinden. Im „besten“ Fall würde sich das auf die Situation beziehen, im schlimmsten Fall auf den Auslöser dieses strafenden Reizes – den Menschen mit der Wassersprühflasche. Selbst wenn sich die negativen Emotionen „nur“ auf die Situation beziehen, haben wir dann vielleicht eine ängstliche Katze, die bestimmte Orte oder Emotionen meidet. Bei der Wohnungshaltung, in der ihr Platz sowieso schon sehr begrenzt ist, ist das aus meiner Sicht ein großer Nachteil. Es kann darüber hinaus auch sein, dass wir das Stresslevel unserer Katze durch diese negativen Emotionen anheben. Die Folge kann wiederum unerwünschtes Verhalten sein, um diesen Stress zu kompensieren. Stress kann unter anderem Auslöser für Markierverhalten sowie Aggressionen gegen Menschen und andere Katzen sein. Alles in allem wirkt die Wassersprühflasche dann gar nicht mehr so harmlos, nicht wahr?

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Mythos Nr. 24: Katzen sind optimale Haustiere für Kinder.

Ich bin mit Tieren aufgewachsen und es war toll! Meine Großeltern hatten Hund und Hühner und bei uns wohnten immer Katzen. Sie kamen nicht ins Haus, weil sie draußen Mäuse jagen sollten, und so habe ich viel Zeit mit ihnen in der Scheune und im Garten verbracht. Wenn ich mich allerdings zurückerinnere, weiß ich nicht genau, ob sie meine Spiele mit ihnen in meinen sehr jungen Jahren ebenso geschätzt haben wie ich… Passiert ist zum Glück nie etwas, was eher an den ausgeglichenen Charakteren der Katzen lag, als daran, dass meine Eltern Regeln für den Kontakt aufgestellt hätten.

Damit sind wir schon mittendrin im Thema: Ja, Haustiere sind für Kinder wunderbar. Katzen eignen sich prinzipiell gut, weil sie von der Aufmerksamkeit und der Beschäftigung mit dem Menschen profitieren können. Aber nicht jede Katze kann mit dem trubeligen Kinder-Alltag umgehen. Und es braucht klare Regeln von den Eltern, damit es nicht doch zu Zwischenfällen kommt und sich alle miteinander wohlfühlen.

Das fängt bei an, Katzenfutter und Katzenklo für die Kinder unerreichbar aufzustellen. Wichtig ist es auch, ausreichend erhöhte Ruhezonen für die Katzen einzurichten, die für die Kinder Tabu sind. Der Kontakt zwischen beiden sollte in jungen Kinderjahren nur unter Aufsicht erfolgen, da die Sicherheit für alle Beteiligten vorgeht. Oft wird angenommen, dass Katzen Familienmitgliedern nie etwas zu Leide tun würden. Dabei ist es gut möglich, dass zurückhaltende Katzen, von denen die Eltern vielleicht gar nicht bemerkt haben, dass sie unter permanentem Stress stehen, bei kleinsten Anlässen regelrecht explodieren können. Für ein Kleinkind kann das sehr gefährlich werden!

Es gibt super Möglichkeiten für gemeinsames Spiel und Beschäftigung, die jedoch in jungen Kinderjahren immer von den Eltern gesteuert werden sollten. Das kann sowohl für die Katze als auch für die Kinder ein großer Spaß sein. Sie können ungemein davon profitieren und mir selbst geht auch immer etwas das Herz auf, wenn ich Kinder nett und empathisch mit Katzen umgehen sehe. Ich bin eine große Freundin davon, Kinder mit Tieren aufwachsen zu lassen. So entstehen Respekt und Verständnis für andere Geschöpfe. Das ist eine wichtige Qualität in unserer Zeit, wie ich finde.

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Mythos Nr. 23: Katzen haben keine ausgeprägte Mimik.

Stimmt schon, im Gegensatz zu uns Menschen, die es gelernt haben, ihre Emotionen deutlich über ihr Gesicht auszudrücken, kommuniziert die Katze wesentlich subtiler über ihre Mimik. Zumindest, wenn wir ausschließlich ihr Gesicht ansehen und zum Beispiel die Ohren außer Acht lassen. Die Ohren sind fast ständig in Bewegung, mit ihren 32 Muskeln lassen sie sich überall hin ausrichten und eignen sich hervorragend, um Gefühlsregungen auszudrücken. Trotzdem entgeht uns Menschen oft einiges und unsere Katze ist gezwungen, die Holzhammer-Methode anzuwenden. Dabei könnten Missverständnisse zwischen Katze und Mensch gut vermieden werden, wenn wir lernen besser hinzuschauen und auch kleinste Veränderungen wahrzunehmen.

Wie schon gesagt: An den Ohren lässt sich unglaublich viel ablesen. Sind sie nach vorn gerichtet, zur Seite oder gar nach hinten? Oder hängen sie etwas? Schon allein daran lassen sich Regungen wie Aufmerksamkeit, Missfallen und auch Schmerzen ablesen. An den Augen sind besonders die Pupillen der Katze sehr auffällig. Sie können sich zu einem Schlitz zusammenziehen und auch das ganze Auge schwarz ausfüllen. Neben dem Lichteinfall, auf den sie so reagieren, spielt auch Adrenalin eine Rolle, wie groß die Pupille ist. Die Augen werden schwarz, wenn viel Adrenalin im Spiel ist, zum Beispiel beim Anblick einer Beute, aus Furcht und auch bei Aggression. Aber auch die Form der Augen lässt Rückschlüsse zu. Sind sie weit aufgerissen? Das obere Lid ist eher auf Halbmast? Oder sind die Augen gar halb geschlossen?

Selbst die Schnurrhaare verraten einiges über den Gemütszustand. Sind sie nach vorn gerichtet, dann meist auf etwas sehr Interessantes – im positiven wie im negativen Sinne. Platt nach hinten angelegt, ist die Katze in dem Moment eher in der Defensive und unsicher.

Das ist nur ein ganz kleiner Ausschnitt darüber, was wir im Gesicht einer Katze alles ablesen können, wenn wir aufmerksam hinschauen. Keine der beschriebenen Partien sprechen dabei für sich allein. Nur im Gesamtbild betrachtet wird ein spezifischer Gesichtsausdruck daraus. Dabei kann es auch durchaus zu widersprüchlichen Aussagen kommen. Katzen wechseln ihre Regungen teilweise in Sekundenschnelle und sind sich manchmal auch nicht ganz darüber im Klaren, was sie von einer Sache halten sollen.

Neben der sonstigen Körpersprache der Katze, die von uns Menschen wahrscheinlich als wesentlich ausdrucksstärker wahrgenommen wird, bietet also auch die Mimik der Katze viel Potenzial für eine gute Verständigung zwischen Mensch und Miez.

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Mythos Nr. 22: Es ist einfacher, junge Katzen aufzunehmen als ältere Tiere zu adoptieren.

Junge Katzen sind so ungefähr das niedlichste, was es gibt. Ihre tapsigen Bewegungen, die unbändige Neugier, die kaum zu stillende Spiellust und allein ihr süßes Aussehen machen sie fast unwiderstehlich. Junge Tiere gelten generell als sehr anpassungsfähig und noch gut formbar. Sie haben weniger „Macken“ durch schlechte Erfahrungen und sind noch nicht so eingefahren in ihre Routinen. Daher werden junge Katzen den älteren oft vorgezogen. Sie würden so nebenherlaufen und sich wie selbstverständlich an den Alltag des Menschen gewöhnen. Viele Menschen scheuen die älteren Charakter-Katzen, vielleicht weil sie es sich nicht zutrauen, mit ihnen gut zusammenzuleben. Oder weil sie denken, dass es mehr Arbeit macht, eine ältere Katze einzugewöhnen?

Zugegeben, ich bin sehr voreingenommen: Ich liebe ältere Katzen und finde es total spannend, sie nach und nach kennenzulernen. Gerade weil sie einiges mitbringen können und schon Lebenserfahrung haben, ist es anfangs eine interessante Entdeckungsreise. Selbstverständlich habe ich auch Herzchen in den Augen, wenn ich eine junge Katze sehe und sogar mit ihr spielen kann. Aber selbst ein Kitten bei mir einziehen lassen? Nie wieder! Das ist mir viel zu anstrengend. (Na gut, sag niemals nie…)

Junge Katzen haben einen sehr großen Bedarf an Spiel, Spannung, Unterhaltung und sind fast nicht müde zu bekommen. Wenn Mensch diesen Bedarf nicht deckt, muss die überschüssige Energie eben anders ausgelebt werden, sehr zum Leidwesen von Zimmerpflanzen, Wohnungsdekoration und dem Nervenkostüm des Menschen. Darüber sollten sich alle frisch gebackenen Katzeneltern im Klaren sein, wenn so ein Jungspund bei ihnen einzieht. Für eine mehrköpfige Familie, in der verantwortungsvolle Kinder sich mit um die Katzen kümmern, mögen aufgeschlossene Kitten die richtige Wahl sein. Hier kann nach Herzens Lust zusammen getobt und gespielt werden, immer vorausgesetzt, dass auch das Ruhebedürfnis der Katzen akzeptiert wird. Bei Berufstätigen, die den ganzen Tag außer Haus sind, oder auch älteren Menschen muss immer abgewogen werden, ob Jungtiere wirklich das Richtige sind. Gehen die Bedürfnisse von Mensch und Katze nicht doch zu weit auseinander? Schon öfter habe ich in Beratungen ältere Menschen erlebt, die mit der Energie einer jungen Katze überfordert waren. Denn noch immer hält sich in vielen Köpfen das Bild der schmusenden, ruhigen Katze auf dem Sofa – die jugendliche Realität sieht dann doch anders aus. Wenn das Energie-Level von Katze und Mensch zu unterschiedlich ist, kommt es fast zwangsläufig zu unerwünschtem Verhalten der Katze oder zumindest zu viel Stress. Und dann geht die Arbeit doch los und das Zusammenleben mit der Katze wird kompliziert. Wäre es vor dem Hintergrund nicht doch „einfacher“ gewesen, einer älteren Katze eine Chance zu geben, die vielleicht nicht mehr so große Ansprüche an das Entertainment-Programm hat?

Wie wir es drehen und wenden, der Alltag wird einfacher, wenn Katze und Mensch gut zusammenpassen, und diese Überlegungen sollten definitiv vor der Adoption der Katze geschehen. Eine gute und reflektierte Auswahl ist der Dreh- und Angelpunkt und leider ist nicht immer das Herz der beste Ratgeber.

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Mythos Nr. 21: Katzen bekommen keine Rückenprobleme

Katzen gelten als wahnsinnig gelenkig, haben einen großartigen Gleichgewichtssinn und fallen sowieso immer auf die Füße. Ihr Strecken und Dehnen nach dem Aufstehen genügt, damit sie fit und beweglich bis ans Lebensende bleiben. Oder habt ihr schon einmal von Physiotherapie für Katzen gehört? Den Mythos, dass Katzen keine Rückenprobleme bekommen können, widerlege ich dieses Mal mit einem Erfahrungsbericht:

Meine Katze Leia ist bereits 18 Jahre alt und schon etwas bewegungseingeschränkt. Sie hat Arthrose in den Vorderbeinen und das sichere Springen klappt auch nicht mehr so wie früher. Seit längerem schon bekommt sie täglich Schmerzmittel für ihre Vorderbeinchen, damit sie schmerzfrei laufen kann. In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass ihre Hinterbeine immer schiefer stehen und sie einen watscheligen Gang bekommen hat. Außerdem hat meine Freundin Inga Eggers, die in Hamburg als Tierosteopathin für Pferde und Hunde praktiziert, bei einem Besuch festgestellt, dass ein Wirbel bei Leia verschoben war.

Wie es der Zufall wollte, habe ich in Berlin Alexandra Schier kennengelernt, die tiermedizinische Fachangestellte und gleichzeitig Tierphysiotherapeutin für Hunde und Katzen ist. Eine gute Kombination, wie ich finde, verbindet sich hier tiermedizinisches Wissen und sicheres Handling mit einem guten Gefühl und Fachkenntnissen rund um den Bewegungsapparat. Wir vereinbarten einen Termin und Alexandra besuchte Leia und mich zu Hause. Eine Behandlung auf dem Wohnzimmerteppich, auf dem sich meine Katzen-Omi am sichersten fühlt, schien mir am stressfreisten (für alle Beteiligten). Nach dem gegenseitigen Beschnuppern, diagnostizierte Alexandra zwei Blockaden und eine schiefe Hüfte. Wie unangenehm und einschränkend das für meine Miez gewesen sein muss, kann ich nur erahnen. Selbst leichte Berührungen von Alexandra an den entsprechenden Stellen lösten bei ihr bereits Schmerzreaktionen aus.

Die Behandlung war für Leia nicht immer angenehm, gerade im Bereich der Hüfte. Immer wenn sie es gezeigt hat, haben wir selbstverständlich eine Pause gemacht. Insgesamt war sie super kooperativ und Alexandra lobte sie sehr, gerade im Vergleich zu Katzen, die es nicht gewohnt sind, dass an ihnen herummanipuliert wird. Seit längerem schon mache ich mit Leia regelmäßig Faszien-Massagen den Rücken entlang und habe das anfangs langsam antrainiert. Alle, die sich schon einmal mit ihren Faszien befasst haben, wissen, dass das je nach Verspannungsgrad wirklich weh tun kann. Der Vorteil von Clicker-Training ist hier, dass die Katze lernt, für geduldiges Warten und Ertragen unangenehmer Situationen später eine Belohnung zu erhalten. Die Faszien-Massage ist nun fester Bestandteil unserer Clicker-Session. Das zahlte sich jetzt bei der physiotherapeutischen Behandlung aus.

Am nächsten Tag schon standen Leias Hinterbeinchen wieder gerader und sie hob auch den Rücken nicht mehr so an wie vorher. Einen Tag später sahen wir sie auf einer Ablage in der Wohnung, auf der sie ewig nicht war. Mein Fazit ist also, dass sich Osteopathie und Physiotherapie definitiv auch für Katzen lohnen und ihre Berechtigung haben! Schaut eure Miezen genau an und seid aufmerksam, wenn sie sich an konkreten Stellen schmerzempfindlich zeigen, sich ihr Gangbild verändert oder sie nicht mehr auf (erhöhte) Orte springen, die sie früher gern genutzt haben. Auch unsere grazilen Katzen können „Rücken haben“ und verdienen dann eine entsprechende Behandlung.

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Mythos Nr. 20: Katzen kennen keine psychischen Erkrankungen.

Psychische Erkrankungen werden meist nur uns Menschen zugesprochen. Wir kennen Angststörungen, Depressionen, Schizophrenie und viele weitere. Doch selbst in unserer menschlichen Gesellschaft ist der Umgang damit eher schwierig. Manchen Menschen fehlt die Akzeptanz für diese Krankheiten, weil sie von außen schlecht sichtbar sind. Ein gebrochenes Bein oder eine Grippe werden eher verstanden. Den Satz „Jetzt reiß Dich zusammen!“ kennen wohl viele psychisch erkrankte Menschen aus ihrem Umfeld. Und jetzt komme ich mit der Behauptung, dass auch Katzen zum Beispiel depressiv sein können? Das mag auf den ersten Blick sehr erstaunen.

Bleiben wir beim Thema Depressionen bei Katzen. Worin kann sich das äußern? Ein klassisches Symptom ist, dass das Erkundungsverhalten der Katze stark beeinträchtigt ist. Katzen sind von Natur aus sehr neugierige Tiere und alles Neue muss erst einmal ausgiebig untersucht werden. Das kann der Supermarkt-Einkauf sein, das neue Spielzeug oder auch unser Rucksack, wenn wir nach Hause kommen. Depressive Katzen interessiert das oft nicht wirklich, sie bleiben zurückgezogen und lassen sich kaum animieren. Die geöffnete Balkon-Tür ist uninteressant, der Besuch wird kaum zur Kenntnis genommen. Den Katzeneltern fallen diese Tiere meist gar nicht weiter negativ auf, weil sie kaum fordern, wenig präsent sind und daher einfach nicht stören. Die Katze wirkt auf das ungeübte Auge ruhig und zufrieden und so kann sich dieser traurige Zustand über viele Jahre hinziehen.

Wie entstehen Depressionen? Teilweise ist es sicher eine Charakterfrage, ob eine Katze zu Depressionen neigt. Die reaktiven Tiere, die eher fordernd sind oder dadurch auffallen, dass sie Blödsinn anstellen, wenn sie unzufrieden sind, sind meist psychisch gesünder. Sie fressen Stress nicht in sich hinein, sondern zeigen ihren Unmut deutlich. Die anderen, die Stillen und Introvertierten, ziehen sich eher zurück. Stress kann beispielsweise durch Unterforderung und Langeweile entstehen, durch andere Katzen, die sich ein stilles Opfer in der Gruppe gesucht haben, und auch durch Erkrankungen. Manchmal folgt dann die sogenannte „erlernte Hilflosigkeit“: Die Katzen haben gelernt, dass sie schwierige Situationen durch ihr Verhalten nicht positiv beeinflussen können. Egal was sie machen, sie erleben keine positive Veränderung und haben aufgegeben es zu versuchen. Sie haben sich ihrem Schicksal ergeben.

Wie können wir Depressionen verhindern? Zuerst: Voraussetzung ist eine körperlich gesunde Katze, die keine Schmerzen oder andere Einschränkungen hat, die ihr auf das Gemüt schlagen können. Zum Beispiel kann auch eine Schilddrüsenunterfunktion zu sehr gedämpfter Stimmung führen. Ihre Umgebung sollte ihren Bedürfnissen entsprechen, viel Anregung und Beschäftigung bieten. Wir Menschen sollten ausreichend Zeit für unsere Katzen aufbringen, und sie körperlich sowie geistig auslasten. Auch bei Katzen werden durch Bewegung Endorphine ausgeschüttet. Und die Interaktion mit ihren Menschen lässt sie soziale Unterstützung erfahren, die sich ebenfalls als förderlich auf ihre psychische Gesundheit auswirkt.

Eine Kernkompetenz, die wir Katzen vermitteln können, ist die Selbstwirksamkeit. Sie ist quasi das Gegenteil der erlernten Hilflosigkeit. Das bedeutet, dass die Katze die Erfahrung macht, dass sie mit ihrem Verhalten positiv Einfluss auf Situationen und ihr Leben generell nehmen kann. Eine Möglichkeit ist, dass wir mit unserer Katze Signale vereinbaren, die sie uns geben kann, wenn sie ein Bedürfnis hat und wir die einzigen sind, die es ihr in dem Moment erfüllen können. Das kann zum Beispiel eine spezielle Stelle in der Wohnung sein, die sie aufsucht, wenn sie mit uns spielen möchte. Auch Klicker-Training eignet sich gut, damit die Katze Selbstwirksamkeit erfahren kann: Sie wird für ihr Verhalten gelobt und entsprechend belohnt.

Futter spielt ebenfalls eine Rolle bei der psychischen Gesundheit. Im humanmedizinischen Bereich setzen sich Erkenntnisse durch, dass die Zusammensetzung unserer Darmbakterien einen direkten Einfluss darauf hat, wie es uns psychisch geht. Unsere Ernährung bestimmt direkt, welche Bakterien sich ansiedeln und was sie in uns auslösen. Bei der Katze ist es genauso. Sie ist von Natur aus eine Fleischfresserin, daher wirkt sich Futter mit einem Anteil von mindestens 70% tierischen Inhaltsstoffen positiv auf das Mikrobiom in ihrem Darm aus und macht sie widerstandsfähiger gegen psychische Erkrankungen.

Als Katzeneltern haben wir die Verantwortung dafür, dass es unseren Katzen auch psychisch gut geht. Wir sollten uns nicht darauf ausruhen, dass unsere Katze brav und unauffällig ist, sondern genau hinschauen, wie es ihr wirklich geht. Meldet euch gern, wenn ihr dazu Fragen habt. Ich bin mit Tipps und Rat für euch da.