Zwei Katzenkinder raufen miteinander - Kitten, Katzenbabys, zusammenführen, vergesellschaften, kleine Katze zieht ein, katzen verstehen sich nicht, katzenpsychologin, Katzenberatung, Katzenverhaltensberatung

Mythos Nr. 29: Bei Kitten braucht es keine richtige Zusammenführung.

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Methoden, zwei oder mehrere Katzen miteinander bekannt zu machen. Ich bin eine Verfechterin davon, alles so stressfrei und positiv ablaufen zu lassen, wie es nur möglich ist. Daher kommt es für mich nicht in Frage, den Neuzugang nach der Ankunft gleich in die „Höhle des Löwen“ zu setzen und die Katzen einfach machen zu lassen. Für mich ist das Risiko zu groß, dass es zu einem Kampf kommt und ich wochenlang brauche, um diese negative Erfahrung aufwendig durch Training auszubügeln. Auch wenn keine offensive Aggression im Spiel ist, kann es durch Überforderung dazu kommen, dass Katzen durch den reinen Anblick der Mitkatze total verängstigt sind und sich tagelang nicht aus ihrem Versteck trauen. Mehr dazu habe ich bereits in meinem Mythos Nr. 13: Bei Vergesellschaftungen müssen Katzen erst einmal allein ihren Rang klären. erklärt.

Bei noch sehr jungen Katzen stehen die Chancen mehr als gut, dass eine Vergesellschaftung unproblematisch verläuft. Von vielen wird sie daher als Selbstgänger gesehen und dass wir Menschen da nun wirklich nicht eingreifen müssen. Leider ist es jedoch so, dass auch Kitten nicht immer ein gutes Sozialverhalten lernen konnten, auf das sie dann bei einer Zusammenführung zurückgreifen können. Immer noch werden Katzen im viel zu jungen Alter von acht Wochen von ihren Eltern und ihren Geschwistern getrennt. Dabei ist die Phase bis zur zwölften Woche zur Ausprägung eines gesunden Sozialverhaltens immens wichtig! In dieser Zeit lernen Katzen spielerisch den Umgang miteinander und entwickeln ihre soziale Kompetenz. Selbstkontrolle und Frustrationstoleranz sind die Zauberworte, die sich fast nur in der Gesellschaft mit anderen Katzen aneignen lassen.

Wenn ich zwei gut sozialisierte Katzenkinder, die vorher drei Monate in ihrer Katzenfamilie leben durften, miteinander vergesellschaften möchte, ist das in der Regel tatsächlich unproblematisch. Nach einem kurzen Ankommen kann das behutsame Vorstellen beginnen und meist startet kurz darauf ein erstes Spiel miteinander.

Habe ich jedoch kleine Überraschungspakete, von denen ich nicht weiß, ob sie gut sozialisiert sind und lebt eines der Kitte vielleicht schon ein paar Wochen allein bei mir, bevor es Gesellschaft bekommen soll, würde ich die gleichen Methoden anwenden wie bei den Großen: Die erste Kontaktaufnahme sollte in jedem Fall durch ein Netz oder eine Gittertür erfolgen, damit ich sehen kann, wie sie aufeinander reagieren. Zeigt sich eine der Parteien überfordert, kann ich als Mensch wunderbar Einfluss darauf nehmen, dass sich eine positive Stimmung einstellt. Die sozial unsichere Katze kann sich spielerisch und positiv an die Mitkatze gewöhnen ohne schlechte Erfahrungen machen zu müssen. Vielleicht dauert die Vergesellschaftung dann zwar ein bisschen länger, aber sie ist definitiv stressfreier für die Katzen. Wir unterschätzen oft, dass alles Neue für Kitten furchtbar anstrengend ist. Nach manch kurzer Begegnung an der Gittertür fallen ihnen schon die Augen zu und sie müssen das Erlebte verarbeiten. Diese Ruhephasen sind unglaublich wichtig, daher ist es gut, die Katzen zwischendurch zu trennen.

Also, warum die Holzhammer-Methode wählen, wenn es auch schonender geht?

Kommentar verfassen