Verschiedene Futterpackungen liegen auf einem Tisch. Darüber Text: Welches Futter darf es sein?

Mythos 7: „Katzen sind mäkelige Fresser.“

Gefühlt scheint es nur die Fraktionen Staubsauger oder Futterverweiger_innen zu geben. Bei ersteren ist das Fressverhalten oft kein Anlass zur Sorge. Meist sind die Katzeneltern damit beschäftigt, ihre kleinen Fressmaschinen davon abzuhalten all zu stark aus dem Leim zu gehen. Die mäkeligen Katzen wiederum fordern ihre Menschen teilweise arg heraus. Was wir ihnen auch vor die Nase stellen, alles wird verschmäht oder nur ein Bruchteil von der Portion gefressen.

Wusstet ihr, dass diese Katzen eigentlich nur ihrem natürlichen Fressverhalten nachkommen? Katzen machen immer frische Beute, die sie sofort verspeisen. Sie reißen nichts auf Vorrat, um es später aufzufressen. Sie sind daher keine Aasfresser. Und ihre Beutetiere sind klein, so dass auch ihre Verdauung auf kleine, dafür häufige Portionen ausgelegt ist.

Wenn wir der Katze nun die gewohnten zwei Portionen am Tag á 100g vorsetzen und diese vielleicht sogar noch aus einer 400g-Dose nehmen, die dadurch zwei Tage offen im Kühlschrank steht, kommen wir den Bedürfnissen der Katze nicht wirklich nach: 

  1. Die optimale Portionsgröße wäre 25-30g.
  2. Wenn das vorher konservierte Futter bis zur nächsten Fütterung offen herumsteht, fängt unmittelbar der Verwesungsprozess an und es wird damit in Katzenaugen zu Aas.

Weitere Aspekte, warum eine Katze das Futter verschmäht, können sein, dass die Futterumstellung nicht kleinschrittig genug erfolgt ist. Wie gesagt, es gibt die Staubsauger, denen ziemlich egal ist, was in den Napf kommt. Die anderen schauen es sich genauer an und sind bei unbekannten Sorten zurecht skeptisch. Denn diese Skepsis hat der Katze evolutionär betrachtet das Überleben gesichert und sie vor Vergiftungen geschützt. Auch Unwohlsein nach einer Fütterung, z. B. durch das Verschlingen zu großer Portionen, zu altem Futter oder auch äußerer Umstände wie Medikamente, merkt sich die Katze sofort. Die Folge ist, dass sie das Futter zukünftig links liegen lässt, um sich selbst zu schützen.

Für weitere Anregungen rund um die richtige Fütterung, sprecht mich gerne an!

Katze sitzt auf Tisch, dahinter steht Essen

Mythos 2: „Zwei Mahlzeiten am Tag reichen aus.“

Ja, so habe ich meine Katzen früher auch gefüttert… Und wehe, jemand hatte früher Hunger und meldete dies lautstark an!

Schauen wir uns einmal die Beute und das Jagdverhalten der Katzen an: Die Beute ist sehr klein, z. B. Insekten, Mäuse und Vögel, ja sogar Eidechsen. Die Mahlzeiten, die die Katze damit zu sich nimmt, sind dementsprechend auch sehr klein, dafür jedoch häufig. Eine freilebende Katze kann zwischen ein und zwei dutzend Beutetiere täglich erlegen, die sie auch sofort verspeist.

Was bedeutet das für die Fütterung durch uns Menschen? Am besten wäre, wenn wir diese kleinen Mahlzeiten von 25 bis 30 g immer frisch alle paar Stunden servieren würden. Zugegeben, das passt selten mit dem Job zusammen. Es könnte stattdessen ein Futter-Automat mit Kühlfunktion eingeführt werden, damit die Katzen auch in Abwesenheit des Menschen keinen Hunger schieben müssen. Fummelbretter, an denen sich die Katzen das Futter selbst erarbeiten können, bieten darüber hinaus eine gute Beschäftigungsmöglichkeit.

Und mal ehrlich, auch wir Menschen sind schnell schlecht gelaunt, wenn wir hungrig sind. Das geht auch unseren Katzen so, die ihren Frust dann gerne in unerwünschtes Verhalten umwandeln oder an ihren Mitwohner_innen auslassen. Artgerechte Fütterung beugt Stress vor. Wenn doch nur alles so einfach wäre…