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Mythos Nr. 23: Katzen haben keine ausgeprägte Mimik.

Stimmt schon, im Gegensatz zu uns Menschen, die es gelernt haben, ihre Emotionen deutlich über ihr Gesicht auszudrücken, kommuniziert die Katze wesentlich subtiler über ihre Mimik. Zumindest, wenn wir ausschließlich ihr Gesicht ansehen und zum Beispiel die Ohren außer Acht lassen. Die Ohren sind fast ständig in Bewegung, mit ihren 32 Muskeln lassen sie sich überall hin ausrichten und eignen sich hervorragend, um Gefühlsregungen auszudrücken. Trotzdem entgeht uns Menschen oft einiges und unsere Katze ist gezwungen, die Holzhammer-Methode anzuwenden. Dabei könnten Missverständnisse zwischen Katze und Mensch gut vermieden werden, wenn wir lernen besser hinzuschauen und auch kleinste Veränderungen wahrzunehmen.

Wie schon gesagt: An den Ohren lässt sich unglaublich viel ablesen. Sind sie nach vorn gerichtet, zur Seite oder gar nach hinten? Oder hängen sie etwas? Schon allein daran lassen sich Regungen wie Aufmerksamkeit, Missfallen und auch Schmerzen ablesen. An den Augen sind besonders die Pupillen der Katze sehr auffällig. Sie können sich zu einem Schlitz zusammenziehen und auch das ganze Auge schwarz ausfüllen. Neben dem Lichteinfall, auf den sie so reagieren, spielt auch Adrenalin eine Rolle, wie groß die Pupille ist. Die Augen werden schwarz, wenn viel Adrenalin im Spiel ist, zum Beispiel beim Anblick einer Beute, aus Furcht und auch bei Aggression. Aber auch die Form der Augen lässt Rückschlüsse zu. Sind sie weit aufgerissen? Das obere Lid ist eher auf Halbmast? Oder sind die Augen gar halb geschlossen?

Selbst die Schnurrhaare verraten einiges über den Gemütszustand. Sind sie nach vorn gerichtet, dann meist auf etwas sehr Interessantes – im positiven wie im negativen Sinne. Platt nach hinten angelegt, ist die Katze in dem Moment eher in der Defensive und unsicher.

Das ist nur ein ganz kleiner Ausschnitt darüber, was wir im Gesicht einer Katze alles ablesen können, wenn wir aufmerksam hinschauen. Keine der beschriebenen Partien sprechen dabei für sich allein. Nur im Gesamtbild betrachtet wird ein spezifischer Gesichtsausdruck daraus. Dabei kann es auch durchaus zu widersprüchlichen Aussagen kommen. Katzen wechseln ihre Regungen teilweise in Sekundenschnelle und sind sich manchmal auch nicht ganz darüber im Klaren, was sie von einer Sache halten sollen.

Neben der sonstigen Körpersprache der Katze, die von uns Menschen wahrscheinlich als wesentlich ausdrucksstärker wahrgenommen wird, bietet also auch die Mimik der Katze viel Potenzial für eine gute Verständigung zwischen Mensch und Miez.

Ein Gedanke zu „Mythos Nr. 23: Katzen haben keine ausgeprägte Mimik.

  1. Jeannette sagt:

    Liebe Kerstin,
    ich kann da nur zustimmen. Meiner Süßen sehe ich sofort an der „Nasenspitze“ an in welcher Stimmung sie. Den Rest erledigt sie übrigens mit ihrem Stimmchen. Auch über das Miauen kann eine Katze wunderbar mitteilen, was sie möchte.

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